Fahrdynamiksteuerung

Die dynamische Fahrzeugsteuerung wird vornehmlich durch das GT Manettino am aus der Formel 1-Entwicklung stammenden Lenkrad gesteuert. Das Manettino verfügt über fünf Settings: ESC OFF, womit sämtliche Traktions- und Stabilitätskontrollsysteme deaktiviert werden; SPORT, um das Fahrvergnügen bei gutem Grip zu steigern; COMFORT, für ein Höchstmaß an Stabilität und einfachen Einsatz bei gutem Grip; WET und ICE-SNOW, mit elektronischen Steuerungen, die für ein Höchstmaß an Stabilität und einfachen Einsatz bei geringem oder sehr geringem Grip geeicht sind.
Das so genannte Evolved GT Manettino steuert zudem auch das SCM3, die dritte Generation des Ferrari Magnetorheological Suspension System (magnetorheologisches Aufhängungssystem). Dieses System nutzt eine Flüssigkeit, deren Viskosität durch ein elektronisch-gesteuertes Magnetfeld in den Dämpfern verändert wird. Kontrollsoftware reguliert die Intensität des Magnetfelds im Millisekundentakt. Dank des SCM3-Systems ist die Dämpfungsregulierung nun fünf Mal schneller als bei herkömmlichen Stoßdämpfern. Der FF verfügt auch über ABS/EBD, das Antiblockiersystem, das individuell auf alle vier Räder zugreift. Die elektronische Stabilitätskontrolle ESC (Electronic Stability Control) greift während des Bremsens auf die vier Räder zu. Auf der anderen Seite verteilt das E-Diff das Drehmoment an die beiden Hinterräder während das aus dem Motorsportbereich stammende F1-Trac Traktionskontrollsystem auf die Hinterachse wirkt. Schließlich integriert das 4RM-Kontrollsystem F1 Trac-, E-Diff- und PTU-Kontrollfunktionen und reguliert Traktion und Stabilität, indem die exakt richtige Menge an Drehmoment auf die vier Räder übertragen wird, was der nahtlosen Integration aller Systeme zu verdanken ist. Die vorausschauende Softwarelogik, die das 4RM-Kontrollsystem unterstützt, bewertet den Grip des Straßenbelags. Zum ersten Mal werden mit dem FF alle Fahrsituationen - von Eis hin zu trockener Fahrbahnoberfläche - abgedeckt. Systeme zur Einschätzung des Grips kamen zum ersten Mal im Motorspotbereich zum Einsatz und wurden dann für Straßenwagen weiterentwickelt. Es unterstützt ebenfalls das F1-Trac-System und ermöglicht dem FF umgehend und akkurat die größtmögliche Drehmomentmenge zu bestimmen, die jedes einzelne Rad auf die Straße bringen kann ohne dabei durchzudrehen. Dies bedeutet in der Praxis, dass das 4RM-Kontrollsystem stets ein Maximum an Traktion gewährleistet und dies unabhängig von der Beschaffenheit der Fahrbahnoberfläche, da das Höchstmaß an Drehmoment individuell auf jedes einzelne der vier Räder übertragen wird.
Das 4RM-Kontrollsystem basiert auf dem Prinzip, dass Drehmoment nur dann auf die Vorderachse übertragen wird, wenn dies absolut notwendig ist. Wenn etwa der Fahrer mehr Drehmoment benötigt, als die Hinterachse in bestimmten Situationen zu liefern vermag. Wenn der Fahrer hingegen weniger Drehmoment benötigt, als die Räder auf einer bestimmen Fahrbahnoberfläche liefern, wird die Traktion durch das F1-Trac ausschließlich über die Hinterräder übertragen. Dann arbeitet das E-Diff, um in sämtlichen auftretenden Situationen eine optimale Verteilung des Drehmoments auf die Hinterräder zu gewährleisten: so zum Beispiel ein Sperren des Differentials bei Kurvenausfahrten (wie es auch bereits beim 458 Italia der Fall ist). Falls der Fahrer mehr Drehmoment benötigt als die Hinterachse zur Verfügung stellen kann, wird das zusätzliche Drehmoment durch das 4RM-Kontrollsystem über die PTU an die Vorderachse geliefert. Das 4RM verteilt das Drehmoment vollkommen unabhängig auf das linke respektive rechte Vorderrad.
Dies bedeutet, dass der Wagen nur dann zusätzlich mit den Vorderrädern angetrieben wird, wenn die Gewichtsverteilung des FF sowie die F1-Trac- und E-Diff-Kontrollsysteme nicht ausreichen, um das vom Fahrer angeforderte Drehmoment zu liefern, was zum Beispiel auf Fahrbahnoberflächen mit geringem oder sehr geringem Grip der Fall ist, während der Fahrer leistungsbezogenes Fahren vom Wagen fordert.
Das 4RM-Kontrollsystem verfügt über so genannte Multiple Logics, die eigens für Situationen mit geringem oder sehr geringem Grip, denen der FF ausgesetzt werden könnte, entwickelt wurden. Wenn der Wagen bei Kurvenausfahrten mit geringem Grip beschleunigt wird arbeiten F1-Trac, E-Diff und PTU zusammen, um ein jedes Rad mit einem Maximum an Drehmoment zu versorgen, um die bestmögliche Performance des Wagens sicherzustellen.
Das System ist aber auch in der Lage Situationen von Übersteuern und Untersteuern sowie Veränderungen bezüglich des Grips zu erkennen. Es korrigiert die Eingriffe daraufhin unverzüglich, indem die auf jedes einzelne Rad übertragene Drehmomentmenge verändert wird. Auch dies trägt zu einem Höchstmaß an Stabilität bei.

Das 4RM-Kontrollsystem verfügt aber auch über eine spezielle High-Performance Start-Logik, die für Fahrbahnoberflächen mit geringen oder sehr geringen Grip optimiert und in die Performance Launch-Funktion - die in sämtlichen Positionen des Manettinos aktiviert ist - integriert wurde. Damit wird der jedem einzelnen Rad zur Verfügung stehende Grip erkannt und daraufhin das höchstmögliche Drehmoment - ohne dabei dir Reifen durchdrehen zu lassen – übertragen. Dies ermöglicht, dass der Wagen unter sämtlichen Bedingungen bezüglich des Fahrbahnbelags und somit des zur Verfügung stehenden Grips, ein Höchstmaß an gleichmäßiger Längsbeschleunigung ohne Schlupf erzielen kann. Dies ist ein entscheidender Unterschied zu herkömmlichen 4WD-Systemen, bei denen das Durchdrehen der Reifen bei Beschleunigung aus dem Stand durch ASR und/oder Blockieren der Differentiale kontrolliert wird.
Das 4RM-Kontrollsystem ist für die Umverteilung des Drehmoments auf die Räder verantwortlich, wobei es jedoch nicht als Bremse eingreift, wie es in den von der Konkurrenz verwendeten Systemen der Fall ist. Das Ergebnis ist eine in sämtlichen Situationen optimierte Performance und das Höchstmaß an Traktion für ein Maximum an Längsbeschleunigung. Dies führt zu verbesserter Stabilität und Handling sowie Fahrzeugkontrolle am Limit, aber auch außergewöhnliche High-Performance Starts aus dem Stand, sogar auf schneebedeckten Steigungen.
Auch die Verzögerung des FF wird hervorragend gesteuert. Dazu ist die Ferrari Pre-Fill Logic verantwortlich, welche die Bremskolben in den Bremssätteln in dem Moment aktiviert, in dem der Fahrer den Fuß vom Gaspedal nimmt, was zur Reduzierung der Ansprechzeiten beiträgt. Das Ergebnis: kürzere Bremswege, das Gefühl besseren Pedals, geringerer Widerstand und niedrigerer Benzinverbrauch. Das neue Aufhängungs FF verfügt über traditionelle Doppelquerlenker vorne (mit niedrigerem L-Arm) und ein überarbeitetes Multilink-System hinten. Dies steigert transversale und vertikale Steifheit um 20 Prozent, verbessert aber auch das Handling des Wagens und das sportliche Fahrgefühl: extrem kurze Ansprechzeiten und eine direktere Lenkungsübersetzung (-20%) sowie absolut minimales Wanken. Auch die Torsionsflexibilität konnte verdreifacht werden, was zu besserer Geräusch sowie einer effizienteren Absorbierung von Bodenwellen und Fahrbahnunebenheiten führt.
Der FF ist zudem auch der erste Wagen der Ferrari-Modellpalette, der mit der dritten Generation der Brembo Carbon-Keramic Bremsanlage (CCM) ausgestattet ist. Die wesentlichste Innovation ist hier das neue Material, das für die Bremsbeläge zum Einsatz kommt. Damit können die Dimensionen der Scheiben um zehn Prozent reduziert werden, wobei die Bremsleistung nicht nur beibehalten sondern vielmehr gesteigert werden konnte. Dies ist dem höheren und konstanteren Reibungskoeffizienten zwischen Bremssattel und Bremsscheibe sowie einer größeren Widerstandsfähigkeit zu verdanken. Dies alles trägt zu geringerem Gewicht bei gleichleibend beeindruckender Performance, niedrigeren Instandhaltungskosten sowie kürzeren Bremswegen bei. Die Bremsbeläge haben nun eine sieben bis acht Mal längere Lebensdauer als die vorhergehenden Generationen, was bedeutet, dass sie im Laufe des Lebens eines Wagens unter normalen Bedingungen möglicherweise niemals ausgetauscht werden müssen.