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Für Arthur Leclerc war das diesjährige Formel-3-Rennen in Bahrain auch eine Gelegenheit, einen Ausflug mit dem Ferrari Roma zu machen. Und so kam es, dass an einem windigen Tag ein Funke entzündet wurde
Text: Davide Marchi
Fotos: Justin Leighton

Seinen aggressiven Fahrstil hat Arthur mit seinem älteren Bruder Charles gemeinsam, der es bisher als einziger Fahrer von der Ferrari Driver Academy bis zum Piloten der Scuderia Ferrari in der Formel 1 geschafft hat.


Der jüngere Leclerc, der am 14. Oktober 2000 geboren wurde, tritt in die Fußstapfen seines Bruders: Zum zweiten Mal in Folge vertritt der Monegasse die Maranello-Akademie in der Formel 3 und fährt mit dem Prema-Team.



 


Leclerc schnallt sich an, um den mächtigen Ferrari Roma in die Wüste zu führen

Wenn er von einem der vorderen Startplätze startet, ist er sehr schwer zu überholen und selbst wenn er in der Startaufstellung weiter hinten ist, hat er immer noch eine Chance, zu gewinnen. Die Rennstatistiken bestätigen seinen offensiven Ruf: In den 21 Rennen der vergangenen Saison holte er um beachtliche 79 Plätze auf und verbesserte seine Startposition erstaunliche 15 Mal. Er fiel nur zweimal von seinem Platz zurück, zweimal endete er auf dem Platz, von dem er gestartet war und bei einigen Rennen schaffte er es nicht ins Ziel.


„Es liegt in meiner Natur, zu pushen, wann immer ich kann“, sagt Arthur. „Ich gebe mich nicht mit einem Platz zufrieden, wenn ich merke, dass ich mit dem mir zur Verfügung gestellten Auto besser abschneiden kann. Manchmal mache ich Fehler, denn in einer Qualifying-Runde oder in einem Duell kann man nicht immer perfekt sein. Aber ich glaube nicht, dass ich meine Träume und meine Ziele verfolgen könnte, wenn ich meine Herangehensweise an den Rennsport ändern würde.“


Der V8-Motor des Ferrari Roma beschleunigt das Auto in nur 3,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h

Doch vor seiner letzten Performance auf der Rennstrecke verbrachte er einen Tag damit, einen Ferrari Roma durch die Straßen von Manama, der Hauptstadt von Bahrain, zu fahren. „Weiß ist nicht die Farbe, die einem bei einem Auto aus Maranello als erste in den Sinn kommt“, stellt Arthur mit einem Lächeln fest. „Aber als ich den Roma in dieser speziellen AVUS-Farbe zusammen mit der Innenausstattung in Rosso Ferrari gesehen habe, habe ich meine Meinung geändert.“


Den Roma zu fahren, sagt er, „war eine ganz neue Erfahrung“, die den jungen Rennfahrer erkennen ließ, „wie vielseitig sich ein Auto des Cavallino Rampante anfühlen kann“.


„In den Kurven erschien mir die Lenkung ähnlich präzise wie in einem Einsitzer, so dass ich mir fast so vorkam wie am Steuer meines Formel-3-Autos“, sagte er.


Leclerc staunte über das Handling des Ferrari Roma und verglich ihn mit seinem F3-Auto

Dass sich Ferrari bei der Imagebeschreibung des Roma auf die ‚Nuova Dolce Vita‘ bezieht, findet Arthur sehr treffend. „Dieses Auto könnte man sicherlich jeden Tag fahren, sogar in Monaco, wo ich lebe, trotz der engen Straßen und Gassen.


„Die Schallisolierung des Roma ist wunderbar. Um sie zu testen, schaltete ich das Radio ein und konnte die Musik perfekt hören. Aber ehrlich gesagt habe ich es gleich wieder ausgeschaltet, denn für mich ist die beste Musik der Sound, den der Ferrari-V8-Motor erzeugt!“



Leclerc geht nach einer weiteren denkwürdigen Fahrt weg

Eine Weile benutzte er den Sport-Modus, der eine der fünf am Lenkrad verfügbaren Optionen ist. „Und“, so gibt er zu, „ich konnte nicht widerstehen, auch den Race-Modus auszuprobieren: Man bekommt sofort das Drehmoment vom Motor und spürt die sportliche Natur des V8 in ihrem ganzen Ausmaß.“ Obwohl er das Auto nicht sehr stark pushen konnte, fand er das Fahren mit dem Roma unglaublich erfüllend.


„Ich entschied mich für ‚Esc-Off‘, das die elektronischen Hilfsmittel deaktiviert, und hatte Spaß dabei, das Auto mit etwas Gegenlenkung zu steuern. Selbst dann folgt das Auto mit seiner präzisen Lenkung dem Input des Fahrers und gibt ihm jederzeit ein Gefühl der Sicherheit. Ich hatte echt Spaß damit.“ Den hatte er wirklich.