Leidenschaft

Die diesjährige Ausgabe des Tribute to Targa Florio mit Start und Ziel in der sizilianischen Hauptstadt Palermo bescherte Ferrari-Fans unvergessliche Erfahrungen als Fahrer und vieles mehr
Text – Gavin Green

Die Targa Florio galt einst als das härteste Langstrecken-Sportwagenrennen der Welt.

Die Teilnehmer fuhren durch die Berge Siziliens auf einer Strecke, die sowohl landschaftlich reizvoll und herausfordernd als oft auch furchteinflößend war.

Zu den Siegern gehörten legendäre Fahrer wie Tazio Nuvolari, Stirling Moss, Piero Taruffi und später auch der erst letzten Monat im Alter von 88 Jahren verstorbene Lokalmatador Nino Vaccarella. Ferrari holte siebenmal den Sieg, zuletzt 1972 mit Arturo Merzario am Steuer eines 312PB. 

Der Ferrari Tribute to Targa Florio ist zu einem wichtigen Ereignis auf den Straßen Siziliens geworden

Das Sportwagenrennen wurde 1906 ins Leben gerufen und 1977 aus Sicherheitsgründen eingestellt. Dennoch können Sportwagenfahrer den Nervenkitzel der legendären Targa nach wie vor erleben.


Die Targa Florio Classica ist eine Spezialveranstaltung für Oldtimer, deren Baujahr vor 1977 liegt. Nach 1991 gebaute Ferraris können in einer eigenen Klasse antreten, dem Ferrari Tribute. Die diesjährige Ausgabe fand vom 15. bis 17. Oktober statt und begann und endete in der sizilianischen Hauptstadt Palermo. Mehr als 80 Ferraris nahmen teil, darunter Modelle wie SF90 Stradale, F8 Tributo, Roma, F8 Spider und Portofino M. 

Eine wunderschöne Ausstellung von Ferrari-Modellen gepaart mit wunderschönem und oft herausforderndem Wetter

Anders als beim ursprünglichen Sportwagenrennen mit hohen Geschwindigkeiten können die Teilnehmer der Classica die Landschaft genießen, an historischen Stätten anhalten und die feine Küche kosten. Doch es gibt auch zahlreiche anspruchsvolle Streckenabschnitte.


Die Route an Tag eins startete an der historischen Universität von Palermo. Nach einer 150 km langen Etappe im Landesinneren genossen die Teilnehmer ein Mittagessen in der Weinkellerei Cantine Florio in Marsala an der Westküste Siziliens. Die 174 km lange Strecke zurück nach Palermo führte auf der malerischen Küstenstraße durch Castellammare del Golfo mit seiner mittelalterlichen Festung, die noch immer trutzig über den Hafen wacht. 


Am zweiten Tag bekamen die Fahrer einen unmittelbaren Eindruck von der alten Targa Florio, als sie es mit der Herausforderung des Madonie-Gebirgszugs aufnehmen mussten. Ein Großteil der Strecke verlief auf dem berühmten, 72 km langen Circuito Piccolo delle Madonie, auf dem in den letzten Jahrzehnten des Rennens (1951 - 1977) gefahren wurde. Außerdem legten die Fahrer auch einen großen Teil des 1919 bis 1930 genutzten, 108 km langen Circuito Medio zurück, der erstaunliche 1400 Kurven pro Runde aufwies. Insgesamt bewältigten die Fahrer an diesem zweiten Tag eine Strecke von 228 km auf besonders anspruchsvollen Straßen.


Eine wunderschöne Ausstellung von Ferrari-Modellen gepaart mit wunderschönem und oft herausforderndem Wetter

Nach den Anforderungen des zweiten Tages stand am letzten Tag nur eine kurze Fahrt von 38 km auf dem Programm. Sie führte auf landschaftlich reizvoller Strecke von Palermo nach Monreale, das für seine majestätisch an einem Berghang gelegene, wunderschöne normannische Kathedrale berühmt ist. Am Abend fand nach einer weiteren unvergesslichen Hommage an die Targa Florio eine prunkvolle Preisverleihung statt.