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VIER GEWINNT

Vier Türen, vier Sitze – der Purosangue ist ein völlig neuer Ferrari für völlig neue Erfahrungen
Text: Chris Rees
Fotos: Alex Howe

Revolutionär – ein Wort, das in der 75-jährigen Geschichte von Ferrari viele Male verwendet wurde. Aber selten ist eine so reiche Palette revolutionärer Ideen in einem Auto zusammengekommen. 

Ferrari hat noch nie zuvor einen Wagen wie diesen produziert. Aber auch das entspricht ganz dem Pionier- und Innovationsgeist von Maranello, wie Chief Marketing & Commercial Officer Enrico Galliera erklärt: „Wir sind gerne unberechenbar. Natürlich hat Ferrari in seiner Geschichte viele Zwei-plus-Zwei-Modelle produziert, aber im Gespräch mit unseren Kunden wurde deutlich, dass es eine große Nachfrage nach einem Auto gibt, das Platz für vier Erwachsene und einen einfacheren Zugang zu den Rücksitzen bietet.“

Die Ferrari-DNA bestimmte vom ersten Tag an die Entwicklung des Wagens – und das, sagt Galliera, erklärt den Namen: „Purosangue (Vollblut) war ursprünglich der Codename, den wir dem Projekt gaben, damit alle Beteiligten es als 100 Prozent Ferrari betrachteten. Das Konzept passt perfekt zum Cavallino Rampante als Vollblut.“


Das neue Instrumententafel-Konzept vermittelt den Eindruck zweier Cockpits, wobei das des Beifahrers das des Fahrers auf ganz besondere Weise widerspiegelt

Diese integrierte DNA beginnt mit dem Design. Dies war zweifellos eine der schwierigsten Herausforderungen, denen sich das Designteam des Ferrari Centro Stile unter der Leitung von Flavio Manzoni jemals gestellt hatte. „Für uns war es sehr wichtig, zuallererst einen Ferrari zu gestalten“, sagt er. „Die Idee war, eine sehr agile, sehr muskulöse, sehr dynamische Karosserie zu schaffen, aber mit vier Türen und einer höheren Bodenfreiheit.“

Der Purosangue ist nicht nur der allererste viertürige Ferrari, sondern auch der erste mit hinten angeschlagenen Hecktüren, die sich wie ausgebreitete Arme öffnen und Sie zum Einsteigen einladen. Der unbestreitbare „Wow“-Effekt der sogenannten „Welcome Doors“ von Ferrari kann nicht von ihrem wunderbar rationalen Charakter ablenken: Sie ermöglichen einen äußerst einfachen Ein- und Ausstieg. Ein weiterer raffinierter Aspekt ist, dass der Purosangue wie ein zweitüriges Coupé aussieht, was durch die in der Bordkante verborgenen Hecktürknöpfe noch betont wird.

Wenn Sie einsteigen, werden Sie sofort die beispiellose Geräumigkeit zu schätzen wissen. Das Armaturenbrett ist hochinnovativ – im Wesentlichen zwei Cockpits in einem. Es gibt kein zentrales Display, sondern ein separates Display auf der Beifahrerseite, das das Fahrerdisplay wunderschön widerspiegelt und den Beifahrer wirklich in das Fahrerlebnis einbezieht. Sie werden auch zu schätzen wissen, wie das geformte Design das Sportwagengefühl verstärkt, mit einem starken Wraparound-Effekt, der Sie zu umarmen scheint.

Als Ferrari-Premiere hat der Purosangue vier Türen – wobei die Hintertüren hinten angeschlagen sind, um den Passagieren einen leichteren Zugang zu den elektrisch verstellbaren Rücksitzen zu ermöglichen

Im Purosangue finden vier Erwachsene – auch sehr große – bequem Platz. Enormer Designaufwand wurde in die schlanken und dennoch unglaublich bequemen Sitze investiert, die vollständig beheizt und elektrisch verstellbar sind und mit eleganten Metalleinsätzen versehen wurden, die an klassische Ferraris der 1960er Jahre erinnern. Der Kofferraum bietet Platz für selbst die größten Gepäckstücke, und die einzeln umklappbaren Rücksitze erhöhen das Fassungsvermögen zusätzlich.

Ferrari hat seinen legendären V12-Saugmotor als Antrieb für den Purosangue gewählt. Galliera erklärt: „Der V12 repräsentiert das Erbe und die Technologie von Ferrari am besten und überzeugt unsere Kernkunden, die den V12 lieben.“ 

Die Architektur ist Ferrari pur: vom Frontmittelmotor über den extrem potenten V12 bis hin zum Transaxle-Getriebe und der idealen Gewichtsverteilung

Die speziell für den Purosangue optimierte Leistung von 725 PS ist Standard, während 80 Prozent des Spitzendrehmoments bereits bei Drehzahlen von nur 2.000 U/min verfügbar sind. Mit einer maximalen Drehzahl von 8.250 U/min können Sie sich auf einen einzigartigen, fesselnden, ikonischen Soundtrack verlassen. Und natürlich außergewöhnliche Leistung: 0-100 km/h in 3,3 Sekunden und 0-200 km/h in 10,6.

Wie bei allen Ferraris ist der Motor zentral angeordnet – in diesem Fall vorne –, während sich das Achtgang-Doppelkupplungs-Transaxle-Getriebe hinten befindet, was zu einer optimalen Gewichtsverteilung von 49/51 vorne/hinten führt. Durch die Hochleistungsmaterialien wird nicht nur das Gewicht minimiert: So senkt beispielsweise das serienmäßige Carbonfaserdach den Fahrzeugschwerpunkt.

Selbst große Passagiere können im Fond des Purosangue absolut bequem sitzen

Die Fahrhöhe – die mit der brandneuen aktiven Federung von Ferrari angehoben und abgesenkt werden kann – bedeutet auch, dass das Auto mit allen Arten von Oberflächen und Bedingungen zurechtkommt. 

Aber, wie Enrico Galliera betont, sind der Hauptlebensraum des Purosangue normale Straßen. „Er ist auf Leistung ausgelegt, und nicht darauf, die Paris-Dakar-Rallye zu fahren. Ja, er hat ein gutes Fahrverhalten auf Sand, Schlamm oder Schnee, aber er ist hauptsächlich für Fahrspaß auf der Straße entworfen worden. Sie können ihn jeden Tag unter allen Bedingungen verwenden. Mit seiner unglaublichen Vielseitigkeit können Sie diesen Wagen zum Skifahren in Cortina oder St. Moritz genauso wie für Ausflüge aufs Land oder ans Meer einsetzen. Selbst die längsten Reisen werden so für vier Personen unglaublich komfortabel.“


20 dicembre, 2022