Das Warten

Das Warten

Von der Rennstrecke auf die Straße

Sind diese besonderen Wagen des Hauses Ferrari tatsächlich die Verbindung der Rennwagen von Gerhard Berger, Michael Schumacher und Fernando Alonso mit den Ferrari Straßenwagen, die man kaufen kann? "Absolut," sagt Fedeli. "Sie liegen genau dazwischen. Auf der einen Seite gibt es die F1-Wagen, auf der anderen die GT-Wagen und diese liegen genau in der Mitte. Wir wollen einen Technologietransfer vom Motorsport zur Produktion und dies ist es, wie wir dies vollziehen. Das Konzept dieser Wagen ist es sämtliche Innovationen über die wir verfügen zusammenzubringen. Nicht nur ein oder zwei Komponenten, sondern alles, was auch zu Komponenten in unserem GT-Wagen werden kann. Sie sind die Vorhut jener Technologien, die man in Zukunft in unserer Modellpalette finden wird."

GTO

Als im Jahr 1984 der GTO präsentiert wurde, war die Motorsportabteilung, unter der damaligen technischen Leitung von Angelo Bellei, direkt an der Entwicklung beteiligt. Dabei war Belleis Ansatz damals dem heutigen sehr ähnlich. Die in der Formel 1 gesammelten Erfahrungen kamen in den Bereichen Chassis, in Zusammenarbeit mit Harvey Postlethwaite, und Triebwerk, mit Nicola Materazzi, zum Einsatz. "Wir setzten für zwei Komponenten des Wagens reine F1-Technologie um," erklärte Postlethwaite, " und einige andere Methoden für zahlreiche weitere Fahrzeugkomponenten." Der 400 PS, 2,8-Liter V8 GTO unterschied sich von den anderen Supersportwagen dadurch, dass er für den Renneinsatz konzipiert war. Die Gruppe B-Kategorie, für die der Wagen geplant war, wurde aufgelöst und die insgesamt 200 Exemplare mit Straßenzulassung waren einfach zu schön und zu beeindruckend, um sie vergessen einfach zu können. So entschied man sich 272 davon zu fertigen und der GTO wurde umgehend zu einem der großartigsten Straßenwagen in der Geschichte des springenden Pferds.
Mit dem GTO setzte Ferrari zum ersten Mal Kunststoffverbundmaterial ein wodurch der Wagen erheblich leichter war als der 308 GTB auf dem er basierte, während er jedoch gleichzeitig länger und breiter war. Dieses Konzept wurde mit den nachfolgenden Modellen fortgesetzt. Pininfarinas legendärer Designer Leonardo Fioravanti versah den Wagen mit drei Gittern, die in exakt dem gleichen Winkel ausgerichtet waren, wie man sie vom 250 GTO des Jahres 1962 kannte; sie wurden lediglich mit dem Triebwerk nach hinten versetzt. Für Manzoni, der damit beauftragt war den neuesten Supersportwagen zu entwerfen, blickt der GTO auch nach vorne und hat mehr mit dem Enzo und dem neuen limitierte Sonderserie gemein als etwa der F50, der zeitlich zwischen diesen Modellen lag.
"Der Hauptunterschied, wenn man den Wagen mit den späteren Modellen vergleicht, ist die Tatsache, dass er keine aerodynamischen Flügel oder Spoiler aufweist," so Manzoni. "Alles ist hervorragend in die Fahrzeugform integriert. Dies ist auch unser aktueller Ansatz. Wie auch bei einem extremen Wagen wie dem Enzo gibt es nicht mehr Spoiler wie bei den Modellen F40 oder F50. Aber damals war es natürlich auch ganz normal, in der Form des Wagens zum Ausdruck zu bringen, dass es sich hierbei um das extreme Modell der Ferrari-Palette handelte. Man konnte nicht zu zurückhaltend auftreten."
Manzoni gesteht auch, dass der GTO sein Favorit unter den Spezialwagen ist. "Die Proportionen sind einfach fantastisch. Vielleicht scheinen nach heutigen Standards die Räder etwas zu klein, aber das gesamte Design ist einfach unglaublich ausgeglichen."

F40

Zwischen dem GTO und dem F40 lagen nur drei Jahre, der kürzeste Zeitraum zwischen zwei Spezialwagen. Trotzdem lotete der F40 das technische Limit aus. Die Leistung war extrem: 2,9-Liter V8-Triebwerk mit IHI-Doppelturbolader und 479 PS bei einem Gesamtgewicht von lediglich 1.100 kg.
Größerer Einsatz von Kevlar und Kohlefaser aus der Formel 1 verhalfen dem Wagen zu einem sehr eigenwilligen Aussehen und ermöglichten dem F40 als erster Wagen aus der Serienproduktion die Marke von 320 km/h zu durchbrechen. Für einen "Special" von Ferrari war es durchaus ungewöhnlich, dass er über einen Zeitraum von ganzen fünf Jahren gefertigt wurde, nachdem man ihn im Jahr 1987 präsentiert hatte. Insgesamt wurden 1.315 Exemplare gefertigt, mehr als vom allen anderen "Specials" zusammengenommen.
Doch dies macht den F40 keineswegs weniger besonders. Die Tatsache, dass es sich um den letzten Wagen handelte, der unter Enzo Ferrari persönlich geplant wurde, wird immer von besonderer Bedeutung bleiben. Viele bewerteten (und bewerten) den F40 als den aufregendsten Straßenwagen des Hauses Ferrari aller Zeiten, was auch zu einem konstanten Wertzuwachs beigetragen hat.
Aufregend und herausfordernd: so wird Fedeli seine erste Erfahrung mit einem F40 niemals vergessen. "Ich begann bei Ferrari zu arbeiten als der Wagen in seinem zweiten Jahr gefertigt wurde. Meine erste Erfahrung mit ihm machte ich mit einem Testfahrer auf der Rennstrecke von Fiorano. Auch auf den Geraden war das Lenkrad niemals gerade ausgerichtet. Aber damals waren die Ziele anders gesteckt. Heute kann man die Wagen sofort in vollen Zügen genießen, ohne dass man ans Limit gehen muss. Damals hatte man noch nicht die Technologie, die dabei half, das Ergebnis zu erzielen. Der F40, der F50 und der Enzo fahren sich vollkommen unterschiedlich. Der Enzo ist kein schwierig zu fahrender Wagen. Man kann seine Kraft problemlos unter Kontrolle halten. Das ist Entwicklung."
Fans hatten auch nichts gegen die spartanische Innenausstattung des F40 einzuwenden. "Die Interieurs ähneln sehr denen von Rennwagen," sagt Manzoni. ‘Auch wenn wir sie anders ausstatten wollen würden, könnten wir s nicht. Ganz so wie bei Rennwagen sind wir durch das Gewicht eingeschränkt. Wir haben ja ganz andere Ziele. Aber dieser Fokus wird zu einem echten Wert. Je mehr das Cockpit zu dem eines Rennwagens wird desto besser."

F50

Auf den nächsten "Special" musste man etwas länger warten. Der F50 erschien im Jahr 1995. Der Entwicklungssprung war demnach auch dementsprechend größer. Bei diesem Wagen ließ man sich nicht nur von der Formel 1 inspirieren, vielmehr vollbrachte man die außergewöhnliche Leistung zum ersten Mal einen F1-Motor auf die Straße zu bringen: 520 PS, 4,7-Liter, 60-Ventile, V12-Saugmotor, der direkt auf dem F92A F1-Triebwerk des Jahres 1992 basierte. Der F50 war aus Nomex und Kohlefaser gefertigt, wobei das Triebwerk buchstäblich eine tragende Rolle spielte, ganz so wie in einem F1-Rennwagen. "Der F50 bringt einige Elemente aus der Formel 1 in einen Straßenwagen," so Manzoni. "Die Nase des Wagens, der Flügel und die Auslässe an der Nase waren sehr clever gemacht. Dies wurde am Enzo noch stärker betont. Wenn man sich den Enzo ohne Kotflügel vorstellt, dann ist er wirklich wie ein Formel 1-Rennwagen."

Enzo Ferrari

Der Enzo kam im Jahr 2002, wobei hier der Einfluss aus dem Motorsport in der Sechsgangschaltung mit Schaltwippen, den Karbon-Keramik-Bremsen und der aktiven Aerodynamik zu erkennen war. "Für einen Formel 1-Wagen bedeutet Aerodynamik Flügel," so Fedeli. "Das gilt nicht für die GT-Wagen von Ferrari oder die Spezialmodelle. Wir begannen mit dem Enzo damit, die Flügel beiseite zu lassen. Wir mögen sie nicht aus Gründen des Stylings und nicht aus Gründen der Funktionalität. Deshalb haben wir mit dem Enzo einige mobile Vorrichtungen entwickelt, um zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Abtrieb zu erzeugen. Vom praktischen Standpunkt aus gesehen ist die Aerodynamik eines F1-Rennwagens vollkommen anders als die eines Straßenwagens. Vom physikalischen Standpunkt aus betrachtet, der Methodik, ist es exakt das gleiche und die Leute, die daran arbeiten sind die gleichen, ebenso die Algorithmen für die Bremsen, die Traktionskontrolle und die Stoßdämpferkontrolle in unseren F1- und Straßenwagen."
"Der Enzo ist immer noch extrem modern und eine echte Ikone," fügt Manzoni hinzu. "Man kann ihn einfach nicht vergessen. Und der neue Wagen muss sogar noch stärker sein. Es gibt eine Regel bei Ferrari, dass jeder neue Wagen vollkommen neu sein muss. Zehn Jahre nach dem Enzo musste der neue Wagen einen Schritt in die Zukunft darstellen."

Die Enzo-Nachfolger

"Ich wollte, dass die Front des Wagens von der Formel 1 beeinflusst wurde," so Manzoni. "Dabei aber doch anders war. Wie sollte dies geschehen? So etwas ist natürlich nicht einfach. Aber wir haben es hier mit dem aufregendsten Projekt der Welt zu tun! Wir schufen also einige Vorschläge aus denen das mit dem Potential einer Ikone gewählt werden, wobei es aber auch futuristisch sein sollte. Gleichzeitig musste es natürlich auch den technischen und aerodynamischen Anforderungen entsprechen. Es gab also keine Vergleichsmöglichkeiten. Dies ist die Spitze der Ästhetik und der Technologie des Hauses Ferrari. Es musste ein Meisterstück werden.
Unter Berücksichtigung des Erbes der Spezialmodelle hat Fedeli keinen Zweifel an der Bedeutung des Enzo-Nachfolger. "Der bedeutendste Wagen ist immer der nächste und der limitierte Sonderserie wird der Ferrari, in dem am meisten Technologietransfer aus der Formel 1 in einen Straßenwagen steckt, mehr als wir es jemals zuvor vollzogen haben. Wir versuchen mit diesem Wagen die Zukunft vorweg zu nehmen. Wir versuchen mit jeder einzelnen Komponente, die in diesem Wagen zum Einsatz kommt, sowie dem Gesamtpaket des Wagens das technische Limit zu erreichen. Wir bauen einen Wagen am technischen Limit, werden aber unser Ziel nur dann erreicht haben, wenn der Fahrer den Unterschied spürt. Das wahre Ziel eines speziellen Ferraris ist Feeling, Feeling, Feeling."

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