4RM-System

Das 4RM ist ein vollkommen neues System, welches das Drehmoment auf alle vier Räder des Wagens verteilt. Von Ferrari patentiert ist dieses System die wichtigste Innovation des neuen FF. Im Gegensatz zu herkömmlichen Vierradantriebssystemen - die in frontgetriebene Wagen integriert werden - ermöglicht das 4RM-System die Beibehaltung des traditionellen Mittelfrontmotors mit Transaxle-Aufbau und einer einzigen Antriebswelle zum Triebwerk. Dazu kommt die neue Power Transfer Unit (PTU) für die Vorderräder, wobei die Einheit direkt mit dem Triebwerk verbunden ist und sich über der Vorderachse befindet.
Dieser Aufbau führt zu:
- einer Gewichtseinsparung von 50 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Vierradantriebssystemen. Dies trägt hervorragend zum Gewicht-Leistungs-Verhältnis des FF und somit zu seiner Performance bei;
- einem niedrigem Schwerpunkt sowie der Beibehaltung der für Ferrari Sportwagen typischen Gewichtsverteilung von mehr als 50 Prozent auf der Vorderachse, obwohl es sich um einen Wagen mit Frontmotor handelt.

Die PTU ist die wichtigste mechanische Komponente des 4RM-Systems und steuert die Differenz zwischen Drehzahl und Radgeschwindigkeit. Die Einheit reguliert auch die Menge des auf die Vorderräder übertragenen Drehmoments und verteilt es, je nach Notwendigkeit, zwischen dem linken und dem rechten Vorderrad. Die PTU bezieht Leistung und Drehmoment durch ein Getriebeverhältnissystem direkt aus der Kurbelwelle. Zwei voneinander unabhängige, nasse Mehrfachkupplungsscheiben-Pakete aus Kohlefaser übertragen dann das Drehmoment an eine Achswelle, die mit jeden Vorderrädern verbunden ist. Somit besteht zwischen Hinter- und Vorderachse keine mechanische Verbindung, da diese mit zwei vollkommen voneinander unabhängigen Traktionssystemen verbunden sind. Dies bedeutet, dass der FF ein Wagen mit reinem Heckantrieb sein kann, so dass nichts des aufregenden Fahrvergnügens, das ein Wagen dieser Kategorie zu bieten hat, verloren geht.
Die Mehrfachscheibenkupplungen bewältigen auch die verschiedenen Geschwindigkeiten, mit denen sich die Vorder- und Hinterräder sowie die Vorderachse drehen, wodurch sie die Funktion der zentralen und vorderen Differentiale eines traditionellen Vierradantriebssystems übernehmen. Zudem sind die Frontkupplungen vollkommen unabhängig und verfügen über Drehmomentleitungsfunktionen, um es zu ermöglichen, die unterschiedlichen Drehmomentmengen an die Räder links und rechts zu leiten. Die übertragene Drehmomentmenge wird durch das Schließen der Scheibenpakete in den einzelnen Kupplungen gesteuert. Zu guter Letzt bewältigen die Mehrscheibenkupplungen auch die verschiedenen Rotationsgeschwindigkeiten an Vorder- und Hinterachse sowie die der Vorderräder, wobei sie die Aufgabe des Zentral- und Frontdifferentials in herkömmlichen Vierradantriebssystemen übernehmen. Durch die sehr kompakte - nur 170 mm lange - und extrem leichte PTU, wiegt das 4RM-System 50 Prozent weniger als herkömmliche 4WD-Systeme.
Die hydraulische Schaltungs- und Kupplungssteuerung wurde in die PTU integriert, ebenso wie das F1-Dopplekupplungsgetriebe, wobei dies zu unglaublichen Schaltzeiten und damit zu einer verbesserten Ansprechbarkeit des Systems führt.